Fragen und Antworten


Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist das gezielte Behandeln einer psychischen Erkrankung, psychischen Folgen von körperlichen Erkrankungen oder von Problemen der Lebensführung mit Hilfe von systematischen, psychotherapeutischen Interventionen, Methoden und Techniken. Der Psychotherapeut stellt die jeweils spezifischen Bedingungen bereit, um für einen oder mehrere Patienten Veränderungen in Richtung einer Verminderung oder Heilung von seelischem bzw. körperlichem Leiden zu ermöglichen. In der Regel findet die Behandlung als Gespräch zwischen Patient und Psychotherapeut statt, aber auch eine Vielzahl von anderen Interventionen (z.B. Rollenspiel, freies Assoziieren, Entspannungsmethoden etc.) sind psychotherapeutische Maßnahmen. Psychotherapie kann als Einzelsitzung (nur Patient und Psychotherapeut) oder in der Gruppe stattfinden.

Wie läuft eine Psychotherapie ab?

Zunächst wird ein Termin zu einem Erstgespräch vereinbart, das dazu dient, das Problem näher zu erfassen und abzuklären, ob eine Psychotherapie die geeignete Maßnahme ist. Danach werden sogenannte 'probatorische Sitzungen' vereinbart, die zum einen dazu da sind, dass sich Patient und Psychotherapeut kennen lernen, und fest stellen, ob sie zusammen arbeiten können und zum anderen dazu, die Diagnose, den Umgang mit dem Problem und dessen Verlauf zu erheben, die Lebensgeschichte des Ratsuchenden zu erfahren sowie den Therapieplan zu erstellen. Nach Ablauf dieser insgesamt fünf bzw. acht ersten Sitzungen und der Indikationsstellung für eine Psychotherapie schreibt der Psychotherapeut einen Antrag an die gesetzliche Krankenkasse. Erst nach Genehmigung durch die Krankenkasse wird in der Regel die psychotherapeutische Behandlung fortgesetzt. Die Kostenübernahme im Rahmen der Beihilfe erfordert ebenso das Gutachterverfahren. Die Bedingungen sind ähnlich wie bei gesetzlichen Krankenkassen.
Bei privaten Krankenversicherungen ist die Vorgehensweise von Versicherung zu Versicherung oft verschieden, und hängt auch vom vereinbarten Leistungsumfang mit der Versicherung ab. Je nach Verfahren der Psychotherapie (kognitiv verhaltenstherapeutisch, tiefenpsychologisch fundiert oder psychoanalytisch) finden die Sitzungen einmal oder zweimal pro Woche statt. Manchmal können bei einer psychoanalytischen Psychotherapie auch 3 Sitzungen pro Woche erforderlich sein. Davon abhängig ist auch die üblicherweise bei der Kasse beantragte Sitzungszahl. Es können 'Kurzzeit'- oder 'Langzeittherapien' in Abhängigkeit vom individuellen Problem beantragt werden.

 

Welche Arten von Psychotherapie gibt es?

Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Studien, die eine „störungsspezifische Indikation für bestimmte Therapieschulen belegen“. D.h. in verständlichen Worten: ob Sie eine Psychoanalyse, eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, eine Gesprächstherapie oder eine kognitive Verhaltenstherapie machen wollen, ist mehr eine Frage des persönlichen Geschmacks, als des Problems, wegen dessen Sie Hilfe suchen. Wichtig ist, das man sich bei dem Therapeuten gut aufgehoben fühlt und sich ihm gegenüber öffnen kann.

 

Wer bezahlt die Therapie?

Bei bestehender Krankenversicherung in Deutschland übernehmen die privaten- und gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für:

  • Probatorik
  • Kurzzeittherapie (nach schriftlicher Bewilligung)
  • Langzeittherapie (nach schriftlicher Bewilligung)